Herausforderung barrierefreie Kommunikation und Information

    • Offizieller Beitrag

    Was kann in der digitalen Kommunikation verbessert werden?


    • Wissen Reha-Träger, wie sie digital mit Antragsstellern kommunizieren können, auch mit denen, die eine Seh-, oder Hörbeeinträchtigung haben? Bieten Dienste, Ärzte oder Sozialverbände digitale Kommunikation differenziert an? Oder müssen sich Menschen mit Behinderungen, die Rat suchen oder Leistungen benötigen, selbst um Dolmetscher und sonstige geeignete Mittel kümmern?
    • Sind Betroffene technisch überhaupt so ausgestattet, dass sie digitale Angebote nutzen können? Wenn nein, inwieweit haben sie Anspruch auf eine technische Ausstattung und wie gut läuft es hier? Welche sonstigen Hilfsmittel sind eventuell zur Bedienung der Technik erforderlich?

    Dies ist eine Impulsfrage des Teams von Fragen - Meinungen - Antworten

  • In der Pandemie hat sich gezeigt, dass es viele Defizite in der Nutzung der digitalen Kommunikation gibt. Der rechtliche Ausgangspunkt ist einfach: seit September 2020 müssen alle Web-sites öffentlicher Stellen barrierefrei sein. Das ergibt sich aus der EU-RL 2016/2102 und der Umsetzung im BGG sowie der BITV-2.0.-Verordnung. Dazu gibt es inzwischen eine Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit in der Informationstechnik (http://www.bfit.bund.de), an die sich auch Betroffene wenden können. Einen ersten Überblick gibt es in unserem Forum in den Beiträgen D 32 + 33/2018.
    Die Ausstattung von Menschen mit Behinderungen mit digitalen Hilfsmitteln ist noch ein großes praktisches Problem. Eine erste Möglichkeit besteht darin, sich mit der örtlichen Beratungsstelle der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) in Verbindung zu setzen, die hier bessere Möglichkeiten hat.

  • Aus meiner Sicht fehlt es in den Einrichtungen der Behindertenhilfe überall an


    - Netzverfügbarkeit als Grundausstattung in jedem Raum,


    - technisch versiertem Personal, das die behinderten Menschen begleiten, unterstützen und für Sie tätig werden kann,


    - Hardware Ausstattung und komfortable Software die es ermöglicht sich digital am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.


    Da die dafür notwendigen Finanziellen Mittel nicht vorhanden sind und man nach mehr als 20Jahren nun endlich auf dem Weg ist die Schulen entsprechend "aufzurüsten" wäre es eine gute Möglichkeit dies für die Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ebenfalls zu starten, da die dort lebenden Personen häufig auch noch Jugendliche und junge Erwachsene sind, die nach verlassen der Schule in ein "LOCH" fallen, wenn es in den Folgeeinrichtungen NICHTS gibt, was in Ihrem bisherigem Umfeld "normal" war.


    Zunächst sollte man Informatikstudenten im Rahmen von bezahlten Praktika versuchen zu motivieren hier eine "Spielwiese" zu entdecken, die mit vielen kreativen Möglichkeiten Innovationspotenziale zum gesamtgesellschaftlichem Nutzen heben kann.
    Interesse und der Eifer junger Menschen entwickelt sich am Besten in Freiräumen, die dann zunächst in erster Linie den Behinderten in den Einrichtungen zu Gute kommen aber auch in der Folge zusätzliche Potenziale für die Gesamtgesellschaft mit sich bringen.
    Die Verantwortlichen sollten dazu beitragen das die gegenwärtige Situation genutzt wird, für alle Menschen neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken.

  • Es gibt viele Defizite in der Nutzung der digitalen Kommunikation, oder Nutzung Firmeneigener Software. Was bei öffentlichen Stellen vielleicht geregelt sein mag, In Unternehmen kommt es nicht an. das ist noch ein großes praktisches Problem. In meiner Firma wurde eine Befragung zum Thema in der Belegschaft gemacht, 90% können gut, auch im Homeoffice arbeiten. 1.ooo Mitarbeiter aber weniger gut, darunter viele Menschen mit Behinderung.


    Handlungsbedarf sieht der Arbeitgeber hier nicht, weil es ja 90% gut können. Er sieht sich auch nicht in der Pflicht zu prüfen, neue Software barrierefrei zu programmieren oder einzukaufen.