Rückkehr zur Arbeit nach einer psychischen Krise – Vernetzung von betrieblichen und klinischen Akteuren im Return to Work-Prozess

      Rückkehr zur Arbeit nach einer psychischen Krise – Vernetzung von betrieblichen und klinischen Akteuren im Return to Work-Prozess

      Abstract von Betje Schwarz (BAuA, Berlin) zu ihrem Vortrag im Rahmen des DVfR-Symposiums „Arbeitsmedizin und Rehabilitation – Wege zur Teilhabe im Arbeitsleben“ am 8. März 2018

      Zielsetzung: Vor dem Hintergrund der hohen Relevanz psychischer Erkrankungen für die Arbeitsfähigkeit und Erwerbsteilhabe der Betroffenen [1], zielt die Studie darauf ab, die Möglichkeiten sowie Förder- und Hemmfaktoren einer stärker arbeitsweltbezogenen Therapie und Zusammenarbeit zwischen medizinisch-therapeutischem und betrieblichem System anhand bestehender Versorgungs- und Kooperationsmodelle, wie z. B. akutpsychiatrischer und rehabilitativer Versorgungsnetzwerke, psychosozialer Sprechstunden im Betrieb oder Berufscoachingansätzen, aus Sicht der beteiligten Akteure (klinische und betriebliche Experten, Betroffene) vertiefend zu explorieren.

      Methoden: Im Fokus steht das handlungsleitende Erfahrungswissen der genannten Akteure, welches in Gruppendiskussionen erfasst und mittels dokumentarischer Methode rekonstruiert wird [2]. Leitfadengestützte Telefoninterviews mit den Betroffenen, die sechs Monate nach den Gruppendiskussionen durchgeführt und qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet werden [3], ergänzen die Erhebungen und Analysen um eine Längsschnittperspektive.

      Ergebnisse: Die Studie identifiziert förderliche und hemmende Faktoren der betrieblichen Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Krisen und Erkrankungen, exploriert die Möglichkeiten stärker arbeitsweltbezogener und vernetzter Versorgungsmodelle, identifiziert deren Gelingensbedingungen und Umsetzungshemmnisse und leitet auf Basis der generierten Ergebnisse Empfehlungen zur (Weiter-)Entwicklung bestehender bzw. künftiger Return to Work-Strategien im Rahmen der akuten und rehabilitativen Versorgung sowie im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) ab. Die Empfehlungen sollen in Form eines Praxisleitfadens aufgearbeitet werden, der sich an klinische und betriebliche Akteure sowie an Betroffene richten wird.

      Referenzen:

      [1] Wege N, Angerer P. Psychische Erkrankungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und Versorgung psychisch erkrankter Erwerbstätiger. Die Psychiatrie 2013; 10: 71–81.
      [2] Bohnsack, R. Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden. Opladen & Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich; 2014.
      [3] Kuckartz, U. Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung. Weinheim, Basel: Beltz Juventa; 2014.
      Das Redaktions- und Moderationsteam von www.reha-recht.de und "Fragen - Meinungen - Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht" ist erreichbar unter info@reha-recht.de

      Frage zur Vernetzung

      Wie kann eine Kopplung zwischen betroffenen Beschäftigten, betrieblichen und überbetrieblichen Akteuren konkret aussehen? Im Vortrag wurde Vernetzung bzw, Kopplung als 1. Schritt der Re-Integration dargestellt.


      Dies ist eine Impulsfrage des Teams.
      Das Redaktions- und Moderationsteam von www.reha-recht.de und "Fragen - Meinungen - Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht" ist erreichbar unter info@reha-recht.de

      Anforderungen an Arbeitgeber


      Welche Hinweise wird der erwähnte Praxisleitfaden mit Blick auf Anforderungen an die Arbeitgeber geben? Und wird auch den faktisch vielfach vorhandenen begrenzten Möglichkeiten Rechnung getragen?


      Dies ist eine Impulsfrage des Teams.
      Das Redaktions- und Moderationsteam von www.reha-recht.de und "Fragen - Meinungen - Antworten zum Rehabilitations- und Teilhaberecht" ist erreichbar unter info@reha-recht.de