- Offizieller Beitrag
Zugang zur beruflichen Reha für Menschen mit Einwanderungsgeschichte bzw. Fluchterfahrung und (Schwer-)Behinderung
Welche Erfahrungen machen zugewanderte Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Teilhabeleistungen in Deutschland? Wie kann ihr Bedarf besser erfasst und Beratung zielgerichtet angeboten werden? Welche Faktoren unterstützen sie bei der Inanspruchnahme von Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation? – Die Inklusion in Arbeit von Menschen mit Einwanderungsgeschichte bzw. Fluchterfahrung und (Schwer-)Behinderung ist Thema einer Online-Diskussion der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) und der Humboldt-Universität zu Berlin ab dem 10. Juni 2025. Expertinnen und Experten begleiten den Austausch fachlich.
Zur Klärung der Diskussionsthemen stehen die folgenden Expertinnen und Experten zur Verfügung:
- Alexandra Achalski, Migrationsbeauftragte der Agentur für Arbeit Berlin Süd
- Meliha Bayrak, pädagogische Koordination Bereich Menschen mit Behinderung, Duha e.V. - Verein für soziale Dienste, Mannheim
- Maren Gag, ehem. passage gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Integration mbH, freiberuflich und ehrenamtlich tätige Expertin im Themenfeld Flucht und Behinderung
- Mirjam Schülle, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Behinderung, Inklusion und soziale Teilhabe, Universität Kassel
- Ulrike Schwarz, MINA-Leben in Vielfalt e.V., Berlin
- Dr. Barbara Weiser, Juristin beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Wesentliche Aspekte der Diskussion werden im Anschluss zu einem Fachbeitrag zusammengefasst und unter http://www.reha-recht.de/ veröffentlicht.
> Hinweise zum Ablauf der Diskussion
Weiterführende Materialien
In den Beiträgen des aktuellen Diskussionsverlaufs wurde z. T. auf weiterführende Literatur verwiesen, die wir hier in der Übersicht darstellen:
- Bartig, S.; Kalkum, D.; Le, H. M; Lewicki, A.: Diskriminierungsrisiken und Diskriminierungsschutz im Gesundheitswesen – Wissensstand und Forschungsbedarf für die Antidiskriminierungsforschung
Die Studie im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes liefert einen Überblick zum derzeitigen Forschungsstand zu den Diskriminierungsrisiken im Gesundheitswesen sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Beschäftigte des Gesundheitssystems. - Deutsches Rotes Kreuz e. V. (Hrsg.): Ungesehen?! Geflüchtete Menschen mit Behinderungen in Deutschland: Ergebnisse der Bedarfserhebung
Vorgestellt werden die wichtigsten Ergebnisse aus über 50 Interviews mit geflüchteten Menschen mit Behinderungen, deren Familienangehörigen, Unterstützenden und Mitarbeitenden aus verschiedenen Unterbringungseinrichtungen und Beratungsstellen in drei Bundesländern (Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen). - Gag, M.; Weiser, B.: Leitfaden zur Beratung von Menschen mit einer Behinderung im Kontext von Migration und Flucht
Da der Zugang zu Leistungen für Menschen mit Einwanderungsgeschichte sowie geflüchtete Menschen im Schnittpunkt des Aufenthalts- und Rehabilitationsrechts geregelt ist, soll der Leitfaden einen Überblick über sozialrechtliche Leistungen für die verschiedenen Gruppen ermöglichen. Er konzentriert sich auf die Frage, inwieweit Migrantinnen und Migranten den gleichen Zugang zu (Reha-)Leistungen haben wie deutsche Staatsangehörige. - Gag, M.; Weiser, B. (Hrsg.): Herausforderungen bei der Inklusion von Geflüchteten mit einer Behinderung – Erfahrungen im Kontext des ESF Plus-Bundesprogramms „WIR – Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt“
Vor dem Hintergrund ermittelter Befunde werden durch die Herausgeberinnen der Publikation diverse fachpolitische Folgerungen abgeleitet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssten so gestaltet werden, dass das Vorliegen einer Behinderung von Anfang an erkannt und die daraus resultierenden Bedarfen zeitnah gedeckt werden könnten. Es bestehe die herausfordernde Notwendigkeit, die Themenfelder Flucht und Behinderung künftig stärker zusammen zu denken. - Westphal, M; Boga, O.: „Ich könnte mit normalen Leuten leben“ – Barrieren, Ressourcen und Wünsche an der Schnittstelle von Flucht, Migration und Behinderung"
Die Studie umfasst einen Überblick über die vielfältigen gesellschaftlichen Barrieren, aber auch die individuellen und sozialen Ressourcen und Erwartungen von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte sowie Behinderungen. Die Ergebnisse werden in den Diskurs der Inklusions- bzw. Exklusionsforschung eingeordnet und weitreichende Handlungsempfehlungen für Politik, Praxis und Forschung formuliert.