Als Gesamtschwerbehindertenvertreter einer großen Kommune in NRW mit mehr als 12.000 Beshäftigten und rund 400 Ausbildungsplätzen in den unterschiedlichsten Bereichen stelle ich fest, wie unvorbereitet und teilweise selbstüberschätzt junge Menschen mit behinderungsbedingten Einschränkungen auf uns zukommen. Teilweise sind sie noch nicht einmal über die ihnen zustehenden Nachteilsausgleiche im Bewerbungsverfahren informiert. Kommt es dann zum Vertragsschluss, gibt es oft noch keine Anbindung an die BA oder den IFD, so dass Inklusionsmaßnahmen in der Probezeit oft nicht zeitnah greifen können.
Auch kommen viele junge Menschen aus Schulen mit Förderschwerpunkten, die dort in einem auf sie zugeschnittenen Lernumfeld vorgefunden hatten, mit dem Lernumfeld und oftmals auch mit der Lerngeschwindigkeit in der Ausbildung nicht zurecht. Was bisher in der Schule funktioniert hat, überfordert dann viele in der Ausbildung. Oft begegnen mir dann Aussagen: "Dass habe ich in der Schule alles hinbekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig hier ist."
Bei allen Inklusionsbemühungen meinerseits und seitens meines Arbeitgebers, haben wir dann aus den o.g. Gründen doch jährlich Abgängen, weil die Probezeit nicht bestanden wurde. Hier würde ich mir sowohl in Schulen mit Förderschwerpunkten als auch in den Regelschulen durch Inklusionshelfer mehr Informationen und Vorbereitung wünschen.