Damit das Budget für Ausbildung (genauso wie das Budget für Arbeit) erfolgreich etabliert werden kann, braucht es meiner Einschätzung nach ein großes bundesweit angelegtes Projekt. Akteure im Bereich der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung sollten sich für die Umsetzung des Projektes bewerben können, das folgende Aspekte beinhalten sollte:
1. Ressourcenanalyse
2. Vermittlung von Praktikas in gewünschten Berufsfeldern (+ Begleitung einer festen Fachkraft, die als Ansprechperson fungiert)
3. Anbahnung von Ausbildungs- bzw. Fachpraktikerplätzen und Arbeitsplätzen
4. Begleitung und Unterstützung während der Fachpraktiker/-ausbildung und der ersten Zeit in Beschäftigung
-> wobei im Bezug auf das Budget für Ausbildung für mich nach wie vor die Schwierigkeit besteht, wie theoriereduzierte Ausbildungen und Fachpraktikerausbildungen gestaltet werden können, dass a.) die individuellen Berufswünsche realisiert werden können (jenseits von Gartenbau, Küche etc.) und b.) die Zielgruppe schließlich erfolgreich einen Berufsabschluss erreicht
Währenddessen sind natürlich Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und das knüpfen eines Netzwerkes von Unterstützer*innen, Leistungsträgern, Handwerkskammern und potenziellen Betrieben sehr wichtig. Außerdem sollten die bereits erwähnten Schwächen ausgeräumt werden, wie bspw. die fehlende Arbeitslosenversicherung und die Voraussetzung einen Berufsbildungsbereich durchlaufen zu haben (egal ob über das Persönliche Budget oder in einer WfbM).
Natürlich ist das jetzt sehr vereinfacht/verkürzt dargestellt und stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Meiner Meinung nach braucht es aber eben ein groß angelegtes Projekt, ausgestattet mit den nötigen finanziellen Mitteln, damit mehr Leistungsberechtigte vom Budget für Ausbildung/Arbeit profitieren und diese Alternativen zu den Werkstätten, genauso bekannt werden und irgendwann genauso etabliert sind wie die Werkstätten.
EDIT: Ganz entscheidend ist natürlich auch, dass bei der Antragstellung unterstützt und hierzu beraten wird, bspw. auch, was es darüber hinaus evtl. für Hilfen braucht (technische Arbeitshilfen, Hilfsmittel etc.).