Beiträge von Oscar Hubrich

    Hallo "Michael",


    tatsächlich ist an dieser Stelle ([Saison-]Kurzarbeitergeld) eine fehlende Gleichstellung der Menschen auf Arbeitsplätzen mit Budget für Arbeit auszumachen. Wichtig ist, dass Menschen, die diese Arbeitsverhältnisse antreten im Vorfeld dazu genau beraten sind und wissen, worauf sie sich einlassen. Häufig sind Praktika im Voraus auch über diese Zeiträume gewesen, dennoch ändert sich die Situation für Unternehmen und Arbeitnehmer*in. Alle (auch z. B. rechtliche Betreuung) sollten mögliche Konsequenzen im Voraus wissen.

    Wir geben diese Hinweise natürlich auch übergeordnet an die zuständigen Stellen weiter und weisen auf den Anpassungsbedarf hin.


    Wie Sie bereits geschrieben haben, ist diese Situation unter anderem für den von Ihnen benannten Personenkreis "herausfordernd" und zuweilen unglücklich. In den Arbeitsverhältnissen mit (Saison-)Kurzarbeitergeld hat es in den meisten Fällen geklappt, dass diese bestehen bleiben. Notwendig sind hierzu die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und Kreativität gewesen.


    Nichtsdestotrotz ist eine Anpassung an dieser Stelle wünschenswert, um Budgetnehmende auch in dieser Hinsicht anderen Arbeitnehmenden gleichzustellen.


    Freundliche Grüße

    Oscar Hubrich, Integrationsfachdienst Osnabrück

    Saison-Kurzarbeitergeld


    Wie bereits meine Kollegin Frau Milde geschildert hat, sind gerade im Bereich Kurzarbeitergeld häufig kreative Lösungen der Beteiligten gefragt. Das gilt auch für Budgetnehmende, die z. B. im Hoch-/Tiefbau arbeiten. Aufgrund des Wetters kommt es in diesen Betrieben ja oft zu "Schlechtwettergeld"/Saison-Kurzarbeitergeld. Für Mitarbeiter*innen mit dem Budget für Arbeit können Unternehmen diese Leistung ebenfalls nicht beantragen.

    Bei Arbeitsverhältnissen in diesen Branchen kann es sinnvoll sein, dass Budgetnehmende im Betrieb in Schlechtwetterphasen andere Tätigkeiten übernehmen und umgesetzt werden. Somit können unter Umständen finanzielle Einbußen für die Budgetnehmenden vermieden werden. Auch hier ist eine möglichst frühzeitige Absprache zwischen allen Beteiligten ratsam.


    Oscar Hubrich, Integrationsfachdienst Osnabrück

    Liebe Diskussionsteilnehmer*innen,


    die von Ihnen benannten Themen beschäftigen auch uns im Integrationsfachdienst Osnabrück. Wir beraten und begleiten Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung als auch Unternehmen zum Budget für Arbeit. Den Prozess unterstützen wir als optimierende Schnittstelle und stehen daher häufig mit vielen weiteren Akteur*innen im Kontakt (Soziales Umfeld des Leistungsberechtigten, WfbM, externer Bildungsträger oder Kostenträger wie die Eingliederungshilfe oder das Integrationsamt).


    Innerhalb eines fünfjährigen Modellzeitraumes haben wir u.a. diese Kernthemen identifiziert:

    1. Umfassende Beratung aller am Prozess beteiligten Akteur*innen und Vernetzung aller Beteiligten, vor allem zu den Themen: Budget für Arbeit, Anleitung und Begleitung, Statusklärung, Rente uvm.
    2. Wirksame Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung lokaler Netzwerke, um Leistungsberechtigte als auch Arbeitgebende informieren zu können
    3. Kooperation im Fach-Netzwerk führt zur Kooperation aller Beteiligten im Einzelfall.
    4. Inklusive Führung: Inklusion im Unternehmen muss von der Geschäftsführung bis zum direkten Mitarbeitenden "mitgetragen werden". In der Praxis ist ein Tandem am direkten Arbeitsplatz für Budgetnehmende häufig hilfreich, um gut im Betrieb Fuß zu fassen - ob erst im Praktikum oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
    5. Dauerhafte, feste Ansprechpersonen in Institutionen können einheitliche Standards ermöglichen, um die Bürokratie zu verringern.


    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, auch per E-Mail unter ohubrich@caritas-os.de.


    Oscar Hubrich

    (Integrationsfachdienst Osnabrück)