Wo erwarten Arbeitgeber Ansprechpartner mit einer lotsenden Funktion?

  • Immer da, wo es einer Lösung für oder auch gegen die Beschäftigtung von Menschen mit Behinderung bedarf. Immer da, wo es zu viel Bürokratie gibt und zu viel an Zeit beansprucht. Wollen wir gemeinsam Beispiele zusammentragen?

  • Ich schließe mich den vorherigen Kommentaren an und möchte noch Folgendes ergänzen: Aus meiner Erfahrung brauchen Arbeitgeber auch darüber hinaus einen Lotsen, denen sie bei Fragen und vor allem Unsicherheiten im Umgang mit Beschäftigten mit Behinderungen auf kurzem Wege ansprechen können, wenn bereits Förderungen laufen. Neben der Beratung zu den umfassenden Fördermöglichkeiten geht es auch sehr häufig darum Ängste und Unsicherheiten auf der Arbeitgeberseite zu nehmen oder in herausfordernden Situationen (z.B. wenn sich Arbeitnehmer/innen in psychischen Krisen befinden, etc.) zu unterstützen und zu lotsen, um die notwendigen Hilfen zu installieren und langen Krankheitsausfällen vorzubeugen und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen zu erhalten. So wie es zum Beispiel Jobcoaches am Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung gibt (LWL | Jobcoaching - LWL-Inklusionsamt Arbeit (lwl-inklusionsamt-arbeit.de) sollte es auch für die Arbeitgeber/innen einen Coach/Lotsen geben, der bei Bedarf als fester Ansprechpartner/in hinzugezogen werden kann, wenn Fragen oder Probleme auftauchen.

  • Über die EAAs hinaus sind auch die Integrationsfachdienste Ansprechpartner für die Arbeitgebenden, sowohl für übergeordnete, allgemeine Fragen (die sicher auch bei den EAA gut beantwortet werden können), vor allem aber auch in konkreten Situationen mit den schwerbehinderten Mitarbeitenden. Leider begegnen mir immer noch sehr viele Menschen mit dem Spruch: "Hätte ich den IFD mal schon vor x Jahren gekannt..." Hier gilt es auch, diesen Lotsen ein Gesicht zu geben und die Möglichkeiten immer wieder bekannt zu machen.

  • Es kommt darauf an, wie nah der Arbeitgebende schon Berührungspunkte in das Hilfesystem hat.

    Dort, wo es aufgrund von Vorinformationen oder eines konkreten Falles schon Kontakt des Arbeitgebenden zu Institutionen im Hilfesystem gibt,

    kann dort die Lotsenfunktion angesiedelt und ausgeübt werden.


    Bei den Arbeitgebenden, die bisher keinerlei Berührungspunkte in diesen Bereich haben, kann der Lotse an einer arbeitgebernahen Stelle, wie zum Beispiel den IHK/HWK oder LWK einen niederschwelligen Zugang bieten, da ihnen diese vermeintlich näher liegen als ein Institution wie den IFD oder der BA.

    Insbesondere in der Erstinformation und Beratung kann dies ein Türöffner sein.